Der Grüne Star

Als Grüner Star, medizinisch auch Glaukom genannt, werden unterschiedliche Augenkrankheiten bezeichnet, die mit einer Schädigung von Netzhaut (Retina) und Sehnerv einhergehen. Verursacht werden die krankhaften Veränderungen meist durch einen zu hohen Augeninnendruck, daneben können auch Bluthochdruck, Verletzungen, Entzündungen oder Gefäßerkrankungen Risikofaktoren darstellen. Außerdem kann ein Glaukom angeboren sein und bereits in den ersten Lebensmonaten auftreten. Aufgrund des individuell erhöhten Augeninnendrucks und einer Durchblutungsstörung des Sehnervs werden Nervenfasern des Sehnervs unrettbar geschädigt. Da sich das Risiko, an Grünem Star zu erkranken, ab dem 40. Lebensjahr deutlich erhöht, werden regelmäßige augenärztliche Vorsorgeuntersuchungen empfohlen.

Da der Grüne Star schleichend und anfangs symptomlos verläuft, wird die Erkrankung meist erst dann bemerkt, wenn bereits Teile der Sehkraft verloren gegangen sind. Zu Anfang wird das Sehen häufig am Rand des Gesichtsfeldes schlechter, die Lichtempfindlichkeit erhöht sich und es treten „blinde Flecken“ auf. Später betreffen die Sehstörungen auch das zentrale Sehen, und ohne Behandlung kann es zu einem kompletten Sehverlust kommen. Anders stellt sich die Situation bei einem sogenannten Glaukomanfall (Winkelblock) dar: Dieses Krankheitsbild ist ein akuter Notfall, der mit plötzlichen starken Schmerzen und Sehstörungen, häufig auch verbunden mit Kopfschmerzen und Übelkeit einhergeht.

Da der Grüne Star nicht heilbar ist und bereits eingetretene Schäden am Sehnerv bzw. an der Netzhaut irreversibel sind, ist eine frühzeitige Diagnose sehr wichtig. Neben einer Messung des Augeninnendrucks werden dafür auch der Sehnerv, das Gesichtsfeld (Perimetrie) und die Hornhautdicke (Pachymetrie) kontrolliert. Mithilfe von Augentropfen lässt sich, insbesondere in der Anfangsphase des Grünen Stars, der Krankheitsverlauf bei vielen Patienten verlangsamen. Daneben besteht die Möglichkeit, verschiedene, teils lasergestützte Eingriffe vorzunehmen, um den Augeninnendruck zu senken.

Selektive Laser-Trabekuloplastik (SLT)

Bei dieser modernen Behandlungsmethode, die als besonders schonend gilt, wird der Abfluss des Kammerwassers gezielt verbessert, um den Augeninnendruck zu senken. Kurze Laserimpulse werden auf die Pigmentzellen des Trabekelmaschenwerks im Auge gerichtet. Sie sorgen dafür, dass ein natürlicher Regenerationsprozess der Zellen aktiviert wird. Das körpereigene Immunsystem wird tätig und reinigt das Trabekelwerk selbstständig, wodurch das ungehemmte Abfließen des Kammerwassers gewährleistet wird.

Der kurze ambulante Eingriff ist vollkommen schmerzfrei und zeichnet sich durch eine hohe Erfolgsquote aus. Der Augeninnendruck sinkt bereits kurz nach der SLT merklich. Im Bedarfsfall kann der berührungsfreie Therapie mehrmals wiederholt werden.